In der heutigen Zeit müssen schon Schüler sich dafür entscheiden, in welchem Betrieb sie später einmal ein Praktikum machen möchten. Wer nicht weiß, was nach dem Abschluss einmal angestrebt werden soll, der kann sich mit Praktika informieren. Leider ist der Ruf von Praktika in den letzten Jahren deutlich gesunken. Oft ist das Gerücht im Umlauf, dass sich Praktikanten überwiegend um die Kaffeeversorgung kümmern. In vielen Fällen lassen sich diese Gerüchte jedoch widerlegen.

Dennoch wollen wir uns mal in der Praxis ansehen, was eigentlich Absolventen zum Thema Praktikum sagen. Dafür dient die Online-Befragung „Generation Praktikum 2011“. Mit dieser Umfrage sollte herausgefunden werden, was Absolventen von einem Praktikum halten. Vielleicht bestätigen sich die Gerüchte sogar?

Auf die Frage, ob Praktika eine moderne Form der Ausbeutung sind, haben immerhin noch 56% der Hochschulabsolventen mit ja geantwortet. Obwohl dieser Standpunkt scheinbar noch weit verbreitet ist, gehört ein Praktikum scheinbar zum Vorgang, wenn es um den Einstieg in die Arbeitswelt geht. Dieser Meinung sind auch 61% der Befragten. Immerhin können die Absolventen somit auch einen ersten Eindruck von der Firma bekommen, die eventuell als zukünftiger Arbeitgeber herhalten wird.

Die Sichtweise ist entscheidend

Die beiden Forscher Heidemarie Hecht von der Freien Uni Berlin und Herr Dr. Boris Schmidt zeigen mit der Auswertung, dass die Erfahrungen der Absolventen stark voneinander Abweichen. Aufgrund der geringen Zahl der Teilnehmer, ist die Befragung nicht repräsentativ. Dennoch werden durch die beiden Zahlen die Probleme der angehenden Absolventen deutlich. Mit diesen Problemen haben jedes die angehenden Akademiker zu kämpfen.

Viele Akademiker haben zusätzlich die Problematik, direkt einen unbefristeten Arbeitsvertrag zu bekommen. Mehrere Unternehmen bemängeln, dass die Studenten zwar Bestnoten haben, aber ihr Wissen nicht in der Praxis anwenden können. Ob das ausschließlich an den Studenten, oder auch an den Unis liegt, sei dahingestellt.

Praktikumsdauer

Zusätzlich zur Tatsache, dass ein Praktikum fast schon eine Pflicht darstellt, kommt das Problem der Bezahlung. Nur in den seltensten Fällen werden Praktika überhaupt vergütet. Obwohl die Arbeitszeit meistens denen von Vollzeitangestellten entspricht. Viele Studenten sprechen von Ausbeutung. Im Schnitt dauern diese besagten Praktika fast ein halbes Jahr. Wer mindestens 5 bis 6 Monate für lau arbeitet, den verlässt schnell die Motivation.

Damit sich für beide Seiten, also Studenten und Firmen ein Praktikum lohnt, müssen die Firmen stark an der Planung arbeiten. Wenn Absolventen nicht mehr nur als günstige Arbeitskraft gesehen werden, sondern als vollwertige Teammitglieder, wird sich die Lage verbessern. Zusätzlich kann es nicht schaden, die Praktikumszeit auf ein Minimum zu senken und bei Bedarf zu verlängern. So können Praktikanten auch von sich aus das Unternehmen frühzeitig verlassen, wenn keine ausreichende Sympathie herrscht.